Stabilisatoren

Stabilisatoren (kurz „Stabis“) sind ein hervorragendes Hilfsmittel, denn es fällt wesentlich leichter, den olympischen Recurvebogen gerade und stabil zu halten. Daneben hat das Stabisystem die Aufgabe, beim Abschuss entstehende Schwingungen aufzunehmen und zu dämpfen. Das schont die Ausrüstung und vermindert den sogenannten Hand-Schock im Bogenarm des Schützen.

Die Stabilisation des Bogens besteht üblicher Weise aus folgenden Elementen:
Monostabilisator (Carbon), Seitenstabilisatoren (Carbon), einer V-Bar (Alu, seltener Carbon; auch „Spinne“ genannt), einem Extender (Carbon), Dämpfern (Gummi) und Gewichten (Stahl und Alu).

Wichtig: Man muss als Anfänger nicht gleich ein ganzes Stabisystem anschrauben. Das Gewicht des Bogens am ausgestreckten Bogenarm ist für Anfänger meist Herausforderung genug. Sobald man sich damit wohlfühlt, reicht es erst einmal aus, nur einen Monostabi ans Mittelteil zu schrauben. So unscheinbar dieser lange Stab, um so überraschender ist der positive Effekt dadurch beim Schussablauf!

Fangen wir am Bogen an: Als erstes wird der Extender in die dafür vorgesehene Buchse an der Vorderseite des Mittelteils unterhalb des Bogenfensters geschraubt.
Über Sinn und Unsinn eines Extenders ist viel geschrieben worden. Ob er notwendig ist? Wohl nicht. Er verlagert Gewicht, wenn auch nur in geringem Maße, kontraproduktiv nach vorne – in meinen Augen aber das kleinere Übel. Denn er verlängert den Ausleger nach vorne, so dass die Länge des Monostabis auf ein halbwegs transportables Maß sinkt. Außerdem fühle ich mich wohl damit. Übliche Längen sind 3, 4″ und 5″.

Am Extender wird die V-Bar mittels einer speziellen Schraube angebracht. Sie bestimmt den Winkel in dem die beiden Seitenstabis abstehen. Üblich sind 35°, 40° oder 45°, je nach persönlicher Vorliebe. Der Effekt, ein seitliches Kippen des Bogens zu erschweren, wird mit zunehmendem Winkel größer. Daneben gibt es auch V-Bars, bei denen man den Winkel nach unten einstellen kann.

An die V-Bar werden die Seitenstabis geschraubt. Durch Gewicht rechts und links des Mittelteils kippt der Bogen weniger leicht seitlich. Außerdem können sie als „Konterstabis“ zum Monostabi dienen und durch Gewichte am Ende ein zu starkes nach vorne Kippen des Bogens durch den Monostabi abschwächen. Was individuell passt, muss durch Ausprobieren ermittelt werden. Einige Schützen schrauben auf die dem Visier gegenüberliegende Seite etwas mehr Gewicht ans Ende, um zu verhindern dass der Bogen nach dem Abschuss zu stark auf die Seite des Visiers abkippt.
Häufig werden als Länge 10″ oder 12″ gewählt, seltener 14″ oder mehr.

Der Monostabi ist das Element im Stabisystem mit dem größten Hebel und sorgt für eine i.d.R. gewollte Kopflastigkeit des Bogens. Wird dieser im Abschuss nicht festgehalten – wie es korrekt ist – , kippt der Bogen danach nach vorne vom Schützen weg.
Vorne an der Spinne bzw. deren Befestigungsschraube angesetzt, verlangsamt er durch das am Ende befindliche Gewicht Bewegungen auf und ab bzw. nach rechts und links während des Zielens / Abschusses und sorgt so für größere Genauigkeit beim Zielen.
Normale Längen reichen von 26″ bis 36″, je nach Gusto und Körpergröße. Zwischen 1,70 m und 1,80 m liegt man mit 28″ bis 32″ Länge für den Anfang immer richtig.
Billige unterscheiden sich von teuren Stabis in der Regel dadurch, dass die Wandstärken des Carbons dünner sind und er somit leichter wird, was seinen Effekt verstärkt bzw. man muss weniger Gewicht ans Ende schrauben für das gleiche Ergebnis, denn man sollte auch immer das Gesamtgewicht des Bogens im Auge behalten.

Die meisten Schützen schrauben nun Dämpfer an den Monostabi, manche auch an die Seitenstabis. Ein wahrer Glaubenskrieg herrscht, ob man die Dämpfer vor oder nach dem Gewicht an die Stabis schraubt. Da die Dämpfer nicht geeignet sind, den im Vollauszug auftretenden Muskeltremor zu unterbinden, sondern Schwingungen des Stabisystems nach dem Abschuss abbauen sollen, halte ich die hier vorgestellte Reihenfolge für sinnvoller, solange es sich nicht um sehr schwere Endgewichte handelt.

Zum Schluß folgen Gewichte an den Enden von Monostabi und Seitenstabis nach persönlicher Vorliebe. Sie erschweren ungewollte Bewegungen während des Zielens in den drei Drehachsen des Bogens – der Grund, warum man überhaupt Stabis an den Bogen schraubt. Der Fantasie bei der Gewichtsmenge und -verteilung sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache man fühlt sich wohl damit und der Bogen fühlt sich gut an. Vorteilhaft ist im Ergebnis eine Verteilung, die den Bogen nach dem Abschuß gerade stehen oder in dem individuell gewünschten Maße nach vorne kippen lässt.

Beim Thema Stabis ist viel Ausprobieren angesagt, weshalb man sich nicht scheuen sollte, andere Schützen zu bitten, deren Stabis testen zu dürfen.

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