Sehne

Die Sehne besteht aus den einzelnen Sehnensträngen, den Öhrchen, der Endwicklung und der Mittenwicklung auf der die Nockpunkte angebracht sind zwischen denen der Pfeil eingenockt wird (Endlossehne).

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Sehnengarnen aus denen eine Sehne hergestellt werden kann. Zu Beginn am wichtigsten, da am weitesten verbreitet, sind Dacron und Fast Flight Plus.

Dacron (B50) der Firma Brownell ist ein Polyestergarn mit einer Reißfestigkeit von ca. 35-40 lbs. pro Strang und einer Dehnung von ca. 3-5 %. Eingesetzt wird es auf Bögen, die nicht Fastflight-tauglich sind, also v.a. günstigen Holzbögen. Man sollte daher unbedingt auf die Herstellerangaben zum Mittelteil achten!

Fastflight Plus – ebenso von der Firma Brownell – ist eine HMPE-Faser (Polyethylen), die man auch unter den Begriffen Dyneema oder Spectra findet. Die Reißfestigkeit je Strang beträgt in etwa 100-120 lbs.. Die Dehnung beträgt nur 1-2 %, dafür kann es sich temperaturabhängig längen (creep), was im Recurvebereich jedoch nur eine geringe Rolle spielt.

Während im traditionellen Bogensport auch die sog. flämisch gespleißte Sehne eingesetzt wird, verwendet man beim olympischen Recurve quasi ausschließlich Endlossehnen die durch eine Endenwicklung zusammengehalten werden.

An den beiden Enden der Sehne sitzen die Öhrchen. Diese können durch eine separate Wicklung geschützt sein (Schutz für Öhrchen und Wurfarme), müssen sie aber nicht. Die Öhrchen sollten nicht zu klein oder zu groß sein, da sonst Gefahr besteht, dass die Sehne während des Schießens oder Aufspannen aus Ihrer Führung am tip des Wurfarms auf den Wurfarm rutscht.

Die Mittenwicklung aus besonders strapazierfähigem Garn muss so lang ausgeführt sein, dass die Zughand die Sehnenstränge nicht berührt.

Auf der Mittenwicklung befinden sich die Nockpunkte. Grundsätzlich reicht ein Nockpunkt aus, nämlich der obere, an dem der Pfeil von unten anliegt, besser und die Regel sind allerdings zwei. Deren Abstand muss so gewählt sein, dass der individuell verwendete Nock des Pfeils dazwischen locker Platz hat (Nock + etwa 1 mm Zugabe).
Etwas mehr Details findet Ihr in meinem Artikel zum Checker.
Da beim Anfänger die individuelle Lage der Nockpunkte noch nicht feststeht, werden diese nach Standardmaßen angebracht. Dies übernimmt der Händler des Vertrauens oder es ist beim Bestellen als Option gegen einen geringen Aufpreis wählbar. Dabei handelt es sich meistens um Metallnockpunkte, die mit einer Nockpunktzange auf der Sehne fixiert werden. Zu Beginn noch vernachlässigbar, werden diese jedoch von fast allen Schützen später durch gewickelte oder Papiernockpunkte ersetzt. Zu den genauen Vor- und Nachteilen folgt ein separater Artikel.

Die Anzahl der Sehnenstränge hängt wesentlich vom jeweiligen Zuggewicht und dem verwendeten Sehnenmaterial ab. Mit 14 Strängen Fastflight Plus kann man aber als Anfänger nichts falsch machen und die meisten fortgeschrittenen Schützen werden damit auch gut bedient sein. Dünne Sehnen sind schneller, aber „nervöser“ zu schießen, dickere sind etwas langsamer, verzeihen dafür aber mehr Lösefehler. Wer es genauer wissen will, findet hier mehr Infos (beachte v.a. die Tabelle am Ende).

Die korrekte Länge der Sehne ergibt sich aus dem verwendeten Mittelteil und den Wurfarmen, also der Bogenlänge. Ein 25″ Mittelteil mit kurzen Wurfarmen ergibt 66″ Bogenlänge, mit mittleren 68″ und mit langen 70″.
Ob vorgefertigte Sehnen dann auch wirklich passen, sieht man leider erst bei aufgespanntem Bogen an der Standhöhe der Sehne. Diese wird vom Hersteller vorgegeben und muss mit einem Checker überprüft werden!
Passt nicht? Keine Panik! Ist die erworbene Sehne komplett ausgedreht (die Sehnenstränge laufen parallel), kann diese durch Eindrehen verkürzt werden bis die Standhöhe passt. Also: Aufspannen, Messen, Abspannen, Eindrehen, Aufspannen, Messen,…

Ist die richtige Länge dann gefunden, möchte man diesen Vorgang des Anpassens ja nicht bei jedem Schießen wiederholen. Daher steckt man wenn alles passt beim Abspannen das eine Sehnenöhrchen durch das andere und dann wieder zurück. Wem das zu Umständlich ist, für den gibt es sogenannte twist keeper, die man einfach über die Öhrchen klemmt.

Achtung: Den Bogen immer mit einer Spannschnur auf- und abspannen!

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